HOLOCAUST – Konferenz, Lesung & Erzählung gegen das Vergessen

Gerd KLESTADT – „Die Pflicht meiner Erinnerung“
Gerd KLESTADT, Überlebender des Holocaust, erzählt über seine Erlebnisse in den Konzentrationslagern Westerbork (NL) und
Bergen-Belsen (D). Seit 14 Jahren spricht Gerd Klestadt vor Schülern als Zeitzeuge, um die Erinnerung an diesen Teil der Geschichte wachzuhalten.

Jay SCHILTZ „Aschengänger“
Jay SCHILTZ ergänzt die Erzählung von Gerd KLESTADT mit dem Vortrag verschiedener Auszüge aus seinem Buch „Aschengänger”. Seit 1997 werden regelmäßig Gedenkreisen nach Ausschwitz von der Organisation „Les Témoins de la deuxième Génération – Zeugen der zweiten Generation” organisiert.
Aus dem Erlebten und Erzählten entstand das Buch „Aschengänger” von Jay SCHILTZ.

Eintritt frei.

Org. Die Kulturkommission sowie der Schöffenrat der Gemeinde Sanem, mit der Unterstützung des Musée National de la Résistance in Esch/Alz.

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 So erlebte Gerd Klestadt den Horror im KZ

Nach einigen Jahren im Versteck in den Niederlanden werden der in Deutschland geborene Jude Gerd Klestadt, seine Eltern und sein jüngerer Bruder 1943 ins niedersächsische Konzentrationslager Bergen-Belsen gebracht. Der heute in Luxemburg lebende 82-Jährige errinnert sich an die Deportation, die er als Elfjähriger erlebte:

« Jeden Dienstag ging ein Zug von Westerbork (Anm. d. Red.: ein Transitlager in den Niederlanden) in Richtung Osten. Es waren Viehwagen mit etwas Stroh auf dem Boden. Es gab zwei Fässer, eines mit Wasser, das andere war leer. Wir waren etwa 60 Personen in einem Waggon, Männer, Frauen, Kinder, Junge und Alte. Das leere Fass war dafür da, seine Notdurft zu verrichten und das vor allen anderen. Nach zwei Tagen in diesem Waggon hatten die Menschen ihre Würde verloren. »

Vater stirbt im Konzentrationslager

In den folgenden Monaten lebt er mit seinem Vater in einem Teil des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, der den Männern vorbehalten ist. Zu essen gibt es morgens ein Stück Brot, nachmittags etwas Suppe. Wenige Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, im Februar 1945, verliert Gerd Klestadt seinen Vater:

« Ich schlief Seite an Seite mit meinem Vater in einem Vier-Etagen-Bett. Wir schliefen Körper an Körper. Warum? Weil es warm hielt. Bis zum 4. Februar 1945. Wie jeden Morgen legte ich meine Hand auf meinen Vater und bemerkte, dass er gestorben war. »

Im April 1945 – Gerd Klestadt befindet sich mit hunderten anderen Deportierten in einem Zug – findet er die Freiheit wieder. Amerikanische Soldaten befreien bei Magdeburg die Gefangenen. Auch seine Mutter und sein Bruder überleben den Zweiten Weltkrieg.

Date

September 28, 2017

Heure

19:30 PM

Prix par ticket

Eintritt frei.

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Lieu